Onlineshops – Open-Source oder kommerzielle Shoplösung?

Ulrich Hafenbradl im shopbetreiber-blog.de greift anlässlich eines Interviews mit dem E-Commerce-Magazin webselling die Frage auf, welche Pro und Contras es im Hinblick auf Open-Source und kommerziellen Shop-Lösungen gibt.

Quintessenz ist meiner Meinung nach folgende Aussage:

Allein aus einem Kostensparansatz heraus sollte man sich nicht für eine Open-Source-Lösung entscheiden, denn hier können Folgekosten entstehen, die den Anschaffungspreis einer kommerziellen Shopsoftware deutlich übersteigen.

Es ist nachvollziehbar, dass viele Onlineshop-Einsteiger zunächst Open-Source-Lösungen vorziehen, da hier mit einem sehr kleinen bzw. gar keinem Kostenaufwand erste Erfahrungen gemacht werden können. Aber allein aufgrund der Tatsache, dass eine Vielzahl von Shop-Betreibern (z.B. 13.000 Shops weltweit auf Basis von osCommerce) auf Open-Source setzt, können keine Rückschlüsse gezogen werden auf …

1.) die Eignung der betreffenden Anbieter für einen erfolgreichen Onlineverkauf und ob

2.) Open-Source im Einzelfall die tatsächlich optimale Entscheidung ist.

Ich glaube, der Begriff „Open-Source“ wird gedanklich noch zu sehr mit „kostenfrei“ verknüpft. Und das wiederum birgt die Gefahr, sich in der Startphase nicht intensiv genug mit Zielen und Strategien zu beschäftigen (denn es ist ja alles umsonst).

Kommt ein Shop dann ins Laufen, wird der Betreiber immer wieder auf einzelne, nicht vorhergesehene Anforderungen reagieren müssen. Zeit- und kostenbedingt kann das langfristig „nicht vorhergesehen“ teuer werden. Bei Anbietern von kommerzieller Shop-Software wird eine Berücksichtigung und Anpassung an individuelle Anforderungen meistens vorausgesetzt – man zahlt ja schließlich.

Onlineshop-Einsteiger sollten daher zunächst klar für sich definieren,

  • welchen Stellenwert der Onlineshop einnehmen soll (d.h. wird er nebenbei betrieben, ist er eine Ergänzung des bestehenden Vertriebs oder ist er unternehmenskritisch) und
  • welche Ziele konkret angestrebt werden, um den (hoffentlich geplanten und in Zahlen festgehaltenen) Umsatz zu erreichen.

Nur dann lässt sich durch entsprechende „Stellschrauben“ (egal ob Open-Source oder kommerzielle Lösung) eine permanente und kontrollierte Optimierung vornehmen.

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