Recht

Falsche Preisauszeichnung auf Facebook vermeiden

Facebook-Preisgestaltung
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Falsche Preisauszeichnungen in beworbenen Angeboten auf Facebook können als irreführende Werbung kostspielige Abmahnungen zur Folge haben. Was ist also zu beachten, wenn ich mit konkreten Preisen via Facebook-Ads oder Postings für meine Produkte oder Dienstleistungen werben möchte?

Zusammenfassende Empfehlung

Mein persönliches Fazit vorweggenommen: Als Faustregel bei Preisangaben in Social-Media-Postings lege ich zugrunde, dass der User alle wesentlichen Informationen erhalten muss, so dass ein durchschnittlicher Verbraucher das Geschäft abschließen kann.

Das ist meiner Meinung nach in Social-Media-Werbeformaten i.d.R. nicht möglich. Daher verzichte ich auf solche konkreten Angebote und schalte stattdessen Anzeigen als Image- oder Erinnerungswerbung, für die keine abmahngefährdeten wesentlichen Informationen erforderlich sind.

Hier zwei anschauliche Beispiele mit dem kleinen aber feinen Unterschied für und ab:

So würde ich es NICHT machen

 

Das würde ich mich schon eher trauen

Was sind wesentliche Informationen eines konkreten Angebotes?

Die Voraussetzung für meine Faustregel lässt sich aus UWG (dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) ableiten. Zum Schutze der Verbraucher legt es fest, zu welchen wesentlichen Informationen ein Anbieter bei Werbung für ein sogenanntes konkretes Angebot verpflichtet ist.

Als wesentliche Informationen werden in § 5a Absatz 3 UWG u.a aufgeführt:

  • alle wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung
  • der Gesamtpreis bzw. Erläuterungen zur Art der Preisberechnung sowie gegebenenfalls Hinweise zu allen zusätzlichen Fracht-, Liefer- und Zustellkosten
  • die Identität und Anschrift des Unternehmers (Impressum)
  • Zahlungsbedingungen
  • Lieferbedingungen
  • Leistungsbedingungen (dazu zählen z.B. auch Angaben zum Umgang mit Beschwerden und zum Rücktritt oder Widerruf)

Was bedeutet das für die Angebotserstellung und -gestaltung auf Facebook?

Eine Facebook-Anzeige überzeugt dann am besten von der angebotenen Leistung, wenn sie kurz und anschaulich die Vorteile und den Nutzen herausstellt. Die vom Gesetzgeber erforderliche Ausführlichkeit steht diesem Erfolgsprinzip entgegen. Hinzu kommt, dass die Anzeigenformate (insbesondere für mobile Endgeräte) in der Regel nicht ausreichen werden, alle sogenannten wesentlichen Informationen überhaupt darzustellen. Für die Praxis bedeutet das meistens: Keine Angebote mit konkreten Preisen bewerben.

Gibt es ein gesetzeskonformes “Hintertürchen”?

Um das Abmahnrisiko für eine falsche Preisauszeichnung zu vermeiden, sollte auf die Bewerbung eines konkreten Angebotes via Facebook verzichtet werden. Alternativ bietet sich an, stattdessen auf eine reine Image- oder Erinnerungswerbung zu setzen. Denn für diese gelten die wesentlichen Informationspflichten nicht:

Abzugrenzen von einem abschlussfähigen Angebot ist eine Image- oder Erinnerungswerbung, die nicht die für eine informationsgeleitete geschäftliche Entscheidung erforderlichen Einzelheiten nennt.

Quelle: OLG Schleswig · Urteil vom 3. Juli 2013 · Az. 6 U 28/12

Werbung kann dann als Image- oder Erinnerungswerbung verstanden werden, wenn sie z.B. Marken, Hersteller oder Regionen sowie Gattungen bewirbt.

Beispiele

“Gebrauchte BMW ab 15.000 €”: Hier wird zwar BWM als Marke beworben, aber kein bestimmtes BMW-Modell.

“E-Bikes – besonders günstig”: Hier fehlt z.B. die Angabe der Marke, des Modells und des Preises.

Für meine Umsetzung von Werbekampagnen auf Facebook bedeutet dies

  1. Auf die Angabe von konkreten Preisen sollte besser verzichtet werden.
  2. Es sollten keine wesentlichen Merkmale der Produkte oder Dienstleistungen dargestellt werden.

Was ist sonst noch zu beachten?

Die Unterscheidung von Informationspflichten für konkrete Angebote und Image- oder Erinnerungswerbung betrifft auch Werbeformen auf anderen Online-Kanälen wie z.B. Twitter, Instagram oder Bannerwerbung. Prinzipiell ist es dabei unerheblich, ob es sich um ein reines Textformat oder um eine Grafikwerbung handelt.

Quellen

Matthias Kastner
Diesen Blog betreibe ich aus Spaß an der Sache und nutze ihn ganz gerne als “persönlichen Merkzettel” zu spannenden Themen aus der Welt des eBusiness. Jahrgang `76, nach Abitur und erfolgreich abgeschlossenem BWL-Studium bin ich seit 2004 beruflich im Bereich Onlinemarketing tätig. Seit 2016 arbeite ich als Online-Marketing-Manager B2C bei der hc media GmbH (Digitalagentur Goslarsche Zeitung & Stader TAGEBLATT) in Stade.

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